Anmerkung zum Beitrag vom 06.04.2008:
Da will uns der Herr oder die Dame vom „Marketing“ wohl einen (goldenen) Bären aufbinden?
Wir waren am 23.08.08 im Goldenen Bären zu Berchtesgaden und werden dort (freiwillig) nie wieder einkehren. Von wegen „zu empfehlen“ und „guter bayrischer Küche“.
Berchtesgaden lebt von seinen Touristen und der Goldene Bär zieht mit seiner 1A-Lage mitten in der Stadt natürlich zahllose Gäste an. Zu unserer Überraschung mussten wir feststellen: die kommen nicht alle freiwillig. Während unseres Aufenthaltes wurden mehrere Touristengruppen mit arglosen Senioren in das Lokal geführt und den Kellnern mit den Worten „Ich habe zwanzig“ (genannte Zahl variierte natürlich) angeboten. Uns drängte sich der Verdacht auf, dass hier „Kopfgeld“ für jede zugeführte Person gezahlt wird.
Aber wie erging es uns? Wir kehrten schließlich ungeführt, freiwillig, nur von einem mittleren Hungergefühl getrieben, im Bären ein.
Der Bär ist gut besucht und wir fanden leider nur einen schlechten Platz in Türnähe. „Da ziehts“ warnten uns die Gäste, die den Tisch gerade freimachten. Aber das sollte nicht das Hauptproblem dieses Tisches bleiben, wir waren als Gäste einfach nicht bärenkompatibel.
Gleich bei der Bestellung fingen die Probleme an: Meine Essens- und Getränkewünsche kamen nicht flüssig und zackig genug, worauf der Kellner uns abrupt sitzen ließ und wichtigeres vorhatte. Es dauerte, bis wir wieder einen neuen Bestellantrag aufgeben durften.
Der Bär kann es sich aufgrund seiner exponierten Lage leisten, ein preislich gehobenes Angebot anzubieten. Wir beschränkten uns daher auf Weißwürste. Die kamen etwas spät, was angesichts des vollen Lokals verzeihlich ist und waren ohne Makel, wenn man vom Preis absieht.
Während des Essens wurde mir ein Glas Wasser kredenzt, was ich überraschend fand, da ich keines bestellt hatte. Mein fragender Blick zu meiner Frau, ob die vielleicht was bestellt haben könnte, blieb unbeantwortet; die junge Kellnerin zog mir das sprudelnde Mineralwasser gleich wieder weg. Minuten später gab es einen frisch aufgebrühten Kaffee, ich musste den Ellenbogen wegziehen, damit genügend Platz zum Abstellen war. Ratlos guckte ich die Kellnerin an, die mir besagten Kaffee ohne mit der Wimper zu zucken sofort wieder weg nahm? Was war hier los? Es stellte sich heraus, dass unser Gästetisch für die Bärenkellner noch eine nützliche Zweitfunktion besaß: Hatte man alle Hände voll, wurde dieser als Abstellplatz genutzt, damit man eine Hand zum Türöffnen frei hatte. Und so ein Kellner hat immer alle Hände voll!
Einsamer Höhepunkt an Freundlichkeit und Gastlichkeit war die Anlieferung der (nicht bestellten) Gulaschsuppe. Da ich nicht sofort und ohne zu Zögern ausreichend Abstellplatz für die Suppe ließ wurde ich mit lauten „Hallo“-Rufen aus dem Gespräch mit meiner Frau gerissen und per Gestik aufgefordert gefälligst zur Seite zu rücken. Eine Beschwerde meinerseits wollte die Kellnerin nicht hören und strafte mich mit Missachtung (und dem sofortigen Entzug der Gulaschsuppe).
Passend zu diesem insgesamt unverschämten Verhalten, wurde uns bei der Rechnungsstellung eine Brezel zuviel berechnet und die Getränke waren plötzlich teurer als auf der Speisekarte angegeben. Nach soviel Ärger blieb uns nur die Flucht.
Fazit: Wer sich den „Goldenen Bären“ in Berchtesgaden antut ist selber schuld oder geführter Tourist.